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Mit ein paar Kniffen und viel Gesang

18.02.2012 00:00 by Erlanger Nachrichen

„English Dramatic Society“ präsentiert William Shakespeares „All's Well That Ends Well“

40 Jahre und kein bisschen leise: So möchte man das erste Semesterstück der „English Dramatic Society“ (EDS) im Jubiläumsjahr 2012 zusammenfassen. Unter der bewährte Regie von Kirsten Henry ist eine Neuauflage von Shakespeares dunkler Komödie „All's Well That Ends Well“ aus den Jahren 1604/05 entstanden.

Shakespeare ist bislang ungeheuer beliebt gewesen bei der englischsprachigen EDS, der studentischen Amateur-Theatergruppe am Sprachenzentrum der Friedrich-Alexander-Universität. Von den bislang 79 gespielten Stücken stammten insgesamt 28 Aufführungen aus der berühmten englischen Feder. Das hat vor allem wohl zwei Gründe: Zum einen bieten gerade die Stücke des großen Meisters aus Stratford-upon-Avon genügend Rollen für eine große Besetzung, die auch dieses Mal wieder aus allen Nähten zu platzen scheint - allen voran überzeugen Teresa Fritzsch als „Countess of Roussillon“ und wieder einmal Alexandra Chlepas, diesmal als Helena. Zum anderen sind sowohl die Tragödien als auch die Komödien Shakespeares von geradezu imposanter Zeitlosigkeit.

So reichen oft nur ein paar aktuelle, von Kirsten Henry raffiniert gesetzte Bezüge und schon scheint ein ganz neues Stück zu entstehen, das für die unmittelbare Gegenwart geschrieben worden sein muss.

Auch die gegenwärtige Produktion ist ein gutes Beispiel dafür, dass mit ein paar Kniffen Neues und in Verbindung mit hochklassigen, hineingeschriebenen Gesangseinlagen durchaus Wunderbares entstehen kann. Wenn etwa Helena sich ihren Mann aus einer Reihe durchaus williger Heirats-Kandidaten aussuchen darf, dann hat das nicht zufällig etwas von der TV-Serie „Der Bachelor“.

Nicht nur diese Szene ist tosenden Applaus wert. Und dieser große Applaus hat nicht zuletzt wieder einmal den bewundernswerten Darstellern zu gelten, die sich in einigen Fällen mit großem Talent, in vielen Fällen mit noch weit größerem Einsatz und in allen Fällen mit ungeheurer Spielfreude ans Werk in englischer Sprache machen. Prädikat: Einfach sehenswert.   RAINER WINDHORST

© Erlanger Nachrichten

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